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Von Stefan Krulle am 16.05.2007

Alter Schwede!

Damit ich dir den Text jetzt nicht mit der Feder auf Bütten schreiben und ins traute Heim tragen muss, starte ich einen letzten Versuch, dieses Mal ohne Anhang, sondern mit in die mail kopiertem Text.
Würde mich ja echt mal interessieren, weshalb du die nie kriegst und wieso ich dafür keine Fehlermeldung bekomme. Naja, sag doch bitte Bescheid, ob's so geklappt hat.

Schöne Grüße, Stefan


BIOGRAPHIE

Biographien ohne alle Brüche sind so langweilig wie 300 Kilometer Autofahren ohne Kurve. Kein Wunder also, dass Stefan Malzkorn solch einen Lebenslauf nicht aufzuweisen hat. Der 1963 geborene Fotograf absolvierte ab 1982 eine dreijährige Ausbildung zum Schiffsmechaniker auf Hoher See, deren einzige
Folge nicht etwa seine Fähigkeit ist, drei Bier in zehn Minuten zu trinken und danach abstinent zu bleiben. Aber eben auch.
Nach dem Zivildienst begann Malzkorn ein Studium der Geschichte, welches er kreativ abbrach, nachdem er für ein Hamburger Fanzine Konzerte zu fotografieren begonnen hatte. Seither muss seine Anwe- senheit auf kaum einem Hamburger Konzert vermisst werden und ist Stefan Malzkorn zum renommiertesten Live-Fotografen der Stadt avanciert.
Dabei machen die Jobs zwischen 19 und 23 Uhr nur ein Viertel seiner Arbeit aus, denn Stefan Malzkorn wirkt ebenso als Portrait-Fotograf und in den Bereichen Reportage, Gastronomie und Events. Eine Fahrt mit vielen Kurven also, die ein Archiv hinterlassen hat, mit denen ganze Bildband-Serien über die Kulturszene der Hansestadt zu be- bildern wären.


PHILOSOPHIE

Für Stefan Malzkorn ist kein Mensch zum Abschuss freigegeben.
Wenn es auf einem Konzert einmal nicht heißt “Three Songs, no Flash”, dann wartet er auf seine Chance, während die Konkurrenz ihre Speicherchips in Rekordtempo füllt. Malzkorn will pointieren, will das Besondere lieber als das vermeintlich Perfekte. “Ich fotografiere viel, ich nehme das, was ich kriegen kann”, schrieb er selbst einmal. 'Was ich kriegen will' trifft es vielleicht noch besser. Malzkorn zeigt eine Welt des Glamourösen, Pompösen und manchmal auch Erbärmlichen aus einer Sicht, die niemals neutral ist, aber halt auch niemals zynisch. Er ist ausgebufft, routiniert, in seltenen Momenten auch egozentrisch, aber er bringt sich immer wieder in gesunde Relation zu seinen Objekten, die dann schnell zum Zentrum seiner Arbeit werden.
Wer von Stefan Malzkorn fotografiert wird, muss mit Überraschungen rechnen, aber niemals damit, seine Würde für die egoistisch einge- frorene Pose oder das entlarvende Posing zu verlieren. Malzkorn ist kein Lieferant der Fanclubs und ebenso wenig einer der Sarkasten. Er versucht, seinen Modellen, die sich gar nicht als Modelle fühlen, auf höchst individuelle Weise näher zu kommen als der Rest, der des- wegen trotzdem eher zum Gewinner seines Bemühens wird. Wer das jetzt für schwülstig oder aus der Trickkiste gezogen hält, schaue sich Stefan Malzkorns Fotos mal in Seelenruhe an. Hier wird niemand denunziert, nicht einmal entlarvt, nur in neue Zusammenhänge gestellt. Wer einen Künstler liebt, kann das mit Stefan Malzkorns Bildern gleich noch einmal lernen. Faszinierend, hätte Mr. Spock gesagt.

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Titel:
Rolf Zuckowski und Hafenkant e.V.
Erstellt:
16.04.2009
Datei:
sm_S_Malzkorn_k_MAL0635.jpg
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